Die Erdung von GFK-Pools

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oder warum hat mein Pool plötzlich Flecken?

Beim Thema Erdung von GFK-Becken denken viele an einen Potentialausgleich wie in der Stahl-Badewanne, um eventuell lebensgefährliche Verletzungen durch Stromschläge im Wasser z. B. bei Gewitter zu vermeiden.

Die hohe Leitfähigkeit von GFK-Becken birgt jedoch ein weiteres Phänomen. Diese Materialeigenschaft sorgt unter anderem dafür, dass an den Beckenwänden sowie am Boden ein Magnetfeld aufbaut wird, so dass im Wasser gelöste winzigste Metallteilchen, z. B. Eisen, als Belag anhaften. Diese sogenannten sphärischen Flecken werden fälschlicher Weise als Verfärbungen wahrgenommen und reklamiert.

Ein einfaches Indiz dafür, dass es sich nicht um Verfärbungen handelt, sind die Treppenstufen. Hier stellt man fest, dass die Auftrittstufe dunkel ist, die Kante ist jedoch viel heller. Unter der Kante sind in der Beckenstruktur Verstärkungen meist aus nicht leitendem Kunststoff angebracht; der Bereich ist nicht magnetisch, so gibt es keine Ablagerungen.

Diesem Phänomen vorzubeugen ist jedoch ganz einfach – durch eine optimale Erdung des Beckens und die Beachtung folgender Punkte:

keine Verwendung von Chlor-Multitabs
kein Einsatz von Billig-Pflegeprodukten
keine Desinfektion mit Ionisierung von Silber oder Kupfer
für Salzelektrolysen nur Spezialsalz nach DIN einsetzen

Für eine optimale Beckenerdung wird ein Erdungsanschuss wie z. B. AquaTerre in das Verrohrungssystem eingebunden. Er sollte auf jeden Fall von der Erdung des Wohnhauses getrennt sein, um einen „Rückschlag“ vom Wohnaus zu verhindern.

Bei besonders trockenen Böden sollte der Widerstand der Erdung möglichst einmal im Jahr überprüft werden; er sollte im Sommer max. 20 Ohm betragen. Eventuell werden dazu mehr als ein Erdungsstab benötigt, optimal sind drei Stäbe. Je feuchter die Erdungsstäbe gehalten werden, um so effizienter können sie wirken. Ein guter Platz ist deshalb unter der Wärmepumpe. Durch das stetig ablaufende Kondenswasser wird der Bereich ausreichend angefeuchtet.

Eine weitere Alternative ist ein sogenanntes Erdungsbett. Dazu wird Erdreich bis ca. 80 cm Tiefe ausgehoben und der Erdungsstab am Grund bis zur Gänze eingeschlagen. Aufgefüllt wird anschließend mit einer Mischung aus Drainageschotter, vermischt mit  Salz. Das Salz nimmt die Feuchtigkeit der umgebenden Erdschichten auf und sorgt auf natürliche Weise für eine gute und dauernde Anfeuchtung des Erdungsstabes.

Unabhängig von der Qualität des Beckenwassers sollten jeweils zu Beginn jeder Poolsaison ein Kalk-Stabilisator sowie ein Metallbinde- und Flockungsmittel dem Beckenwasser zugegeben werden.

… und wenn das Becken schon Flecken hat?

Wir haben schon mehrfach erlebt, dass der Erdung beim Poolbau wenig Beachtung geschenkt wurde. Wenn überhaupt eine Erdung vorgenommen wurde, so wird sie kaum überprüft bzw. regelmäßig angefeuchtet. Dazu kommt der Einsatz von Billigprodukten für die Wasserpflege, in denen oftmals mehr metallische Füll- und Bindemittel als Wirkstoffe enthalten sind.

Das ist aber kein Beinbruch. Dann sollte zuerst mal die Erdung überprüft werden und nach den vorgenannten Gesichtpunkten optimiert werden. Die Flecken werden verschwinden, sobald man das entleerte Becken z. B. mit Decalcit von BAYROL einsprüht. Nach kurzer Zeit und ganz ohne mechanisches Zutun wird das Becken wie neu. Nach der Befüllung werden nun ebenfalls der Kalk-Stabilisator sowie das Metall- und Flockungsmittel zugegeben.

Diese Pflegemittel erhalten Sie auch als Set bei uns im Fachmarkt oder in unserem Onlineshop unter www.123pool.de.

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Herzlichst
Gabi Zingg