Das Rückschlagventil

Wenn die Filteranlage höher als der Wasserspiegel des Pools installiert wird, empfiehlt sich der Einbau eines Rückschlagventils in der Saugleitung. Das Ventil verhindert, dass die Wassersäule nach Abschalten der Filterpumpe ins Becken zurückläuft und die Filterpumpe beim nächsten Mal erst wieder die ganze Luft aus der Leitung saugen muss.

Wofür ist das denn?

Ein Rückschlagventil wird immer dann eingesetzt, wenn verhindert werden soll, dass die Wassersäule abreißt oder der systolische Druck auf die Pumpe zu hoch wird. Das ist z. B. beim Rücklauf der Solarabsorberanlage der Fall; hier wirkt das Rückschlagventil auch als Fallstrombremse.

Steht die Filteranlage über dem Wasserniveau im Becken, wird ziemlich direkt vor der Filterpumpe das Rückschlagventil eingebaut. So wird der Rückfluss beim Abschalten der Pumpe ins Becken vermieden und die Filterpumpe kann beim nächsten Filterzyklus leichter ansaugen.

Nun verfügt so ein Rückschlagventil über ein interessantes Innenleben. Eine Feder drückt einen kleinen, konischen Deckel mit Dichtung auf die Durchflussöffnung. Dieser Deckel verschließt das Ventil luftdicht; das ist das gleiche Prinzip wie beim Strohhalm, den man oben mit der Fingerkuppe verschließt, sodass die im Strohhalm befindliche Flüssigkeit nicht herauslaufen kann. Damit wird auch klar, dass es nur eine Durchflussrichtung geben kann – diese zeigt ein kleiner Pfeil außen auf dem Ventil.

Sie können sich jetzt schon denken, wie oft angeblich nicht funktionierende Filteranlagen nur am falschherum eingebauten Rückschlagventil leiden … Nein, man muss nicht das ganze Ding ausbauen und neu verkleben; einfach die beiden Überwurfmuttern öffnen, das Innenteil herausnehmen und rumdrehen, schon läufts.

Interessant sind auch die Reklamationen über komplett defekte Filteranlagen. Weder würde Wasser angesaugt noch über die Einlaufdüsen ins Becken zurückströmen. Das passiert gerne etwa 14 Tage nach dem Beckeneinbau. In so einam Fall erstmal ganz vorsichtig das Rückschlagventil öffnen. Die Überraschung, wieviel Steinchen, Blätter, Gras und Sonstwas in so ein kleines Ventil passen, ist immer groß. Gerade nach dem Beckeneinbau schwirrt halt noch viel Schmutz im Wasser herum, der sich gerne an dem schmalen Durchlass im Rückschlagventil ansiedelt.

Funktioniert nun das Rückschlagventil selbst nicht mehr, ist zu 99 % auch festklebender Schmutz der Auslöser.
Siehe hier:

Bei dieser Installation wollte das Wasser in der Saugleitung immer wieder wegfließen. Wir haben den Kunden gebeten, mal ins Rückschlagventil zu schauen, ob es denn verschmutzt ist. Es sei sowas von blitzsauber … sagt er.

Unser Chef – von Hause aus skeptisch – ist zum Kunden gefahren, um sich das selbst mal anzusehen. Und was findet er – natürlich Schmutz, der da nichts zu suchen hat. Klar, dass das Ventil im wahrsten Sinne des Wortes das Wasser nicht halten kann. Schmutz beseitigt – Rückschlagventil ist wieder dicht.

Dann gibt es noch die ganz Ungläubigen. Sie können nicht glauben, dass das Rückschlagventil das Wasser in der Leitung festhält, auch wenn es am höchsten Punkt der Leitung (also direkt vor der Filterpumpe) montiert ist. Schließlich soll das Ventil ja verhindern, dass Wasser zurückfließt, also muss es unten hin.

Jo, kann man machen, ist aber unklug.
Man weiß ja, wie schnell so ein Ventil verschmutzt und deshalb nicht mehr funktioniert. Die Dichtungen im Innern des Ventils werden auch nicht ewig leben. Und wenn dann dieses verflixte Ventil direkt unter dem Skimmer eingebaut wird, der ja massiv in die Hinterfüllung oder den Ringanker ums Becken einbetoniert wird … ist das halt eher unklug.

Generell: keine Verschraubungen unter der Erde oder in der Hinterfüllung an den Verrohrungsleitungen anbringen. Alle Fittinge unter der Erde sind fest verklebt; alles, was man irgendwie schrauben, drehen oder sonstwie bewegen kann, bleibt oberirdisch.

2018-08-17T15:53:58+00:00

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