Die Bauvorbereitungen für ein Fertigbecken

Welche Vorbereitungen bzw. Anschlüsse braucht ein Fertigbecken?

Die Vorbereitungen zum Einbau eines Beckens sind eigentlich gar nicht so kompliziert, wie viele denken.

Da wäre zuerst mal die Baugrube. Beim Kauf Ihres Beckens erhalten Sie alle genauen Aushubmaße für Länge, Breite und Tiefe. Diese Maße sollten auch eingehalten werden. So mancher Baggerfahrer kommt in einen regelrechten Flow, wenn er erst mal angefangen hat und hebt die Baugrube flugs auf 200 cm Tiefe aus, weil der Baggerarm so schön lang ist – das wird nix. Bleiben Sie bitte dabei und messen auch mal nach.

Als Fausregel oder für Ihre Anfrage beim Baggerbetrieb/Gartenbauer können Sie mal mit diesen Angaben arbeiten:

Länge und Breite 50 cm größer als das Beckeninnenmaß –
also auf jeder Seite + 25 cm.
Die Tiefe bei GFK-Becken, die auf Schotter/Kies gesetzt werden
+ 10 cm tiefer als das Beckenmaß
bei allen PP-Becken oder GFK-Becken,
die auf einem Betonfundament aufgebaut werden sollen
+ 20 cm tiefer als das Beckenmaß.

Diese Maße gelten bei bodenebenem Einbau.
Über den Einbau von Becken in Hanglagen gibt es einen eigenen Blogartikel.
Und den Blogartikel für den weiteren Einbau bzw. die entsprechenden Vorgaben finden sie hier.

Von der Baugrube des Beckens führen Sie einen kleinen Graben (ca. 30 cm breit, 40 cm tief) zum Standort der Filteranlage aus. Im Graben verläuft die Verrohrung, die aus meist 4 Leitungen Ø 50 mm besteht und das Kabel vom Trafo an die Lampenanschlussdose.

Im Filterhaus brauchen Sie Strom, meist nur 230 V – außer Sie planen eine Gegenstromanlage, die haben oft auch 400 V; fragen Sie dazu gerne für Ihr Projekt nach, wir sagen Ihnen genau, welche Spannung Sie benötigen.

Perfekt wäre noch ein Anschluss an das Abwasser. Das Becken bildet mit der Filteranlage einen geschlossenen Kreislauf. Erst und nur an der Filteranlage wird Beckenwasser entleert. Sei es durch die Filterreinigung (Rückspülen), je nach Beckengröße sind das mal 200 bis 400 Liter, oder durch das Absenken des Wasserspiegels im Herbst. Dabei ist die Wassermenge schon etwas größer, denn der Wasserspiegel wird bis unter die Einlaufdüsen, also ca. 30 cm, abgesenkt.

Wenn keine Möglichkeit gegeben ist, das Abwasser an eine Regenrinne oder einen Gully anzuschließen, können Sie es auch gefahrlos in eine Zysterne leiten oder gar die Wiese damit gießen. Bei kleineren Grundstücken bitte darauf achten, dass nicht des Nachbarn Kaninchen ersäuft werden oder es anderweitigen Stress mit befeuchteten Nachbarn gibt.

Einen Frischwasserzulauf in die Filterleitung oder am Becken benötigen Sie nicht; ein Gartenschlauch reicht. Wer den Luxus eines Pooltechnikhauses mit fließendem Wasser sein Eigen nennt, kann natürlich eine Nachfüllvorrichtung direkt in die Filterleitung einbauen. Aber Vorsicht: über den leuchtend gelben Gartenschlauch stolpert man irgendwann, ein verborgenes offenes Wasserhähnchen zur Nachfüllung kann man mal vergessen … denken Sie an die Kaninchen.

Das war es auch schon. Sie sehen, gar nicht so kompliziert und kein großer Aufwand.

Bleiben Sie uns gewogen.

Herzliche Grüße
Gabi Zingg

2020-05-01T11:51:12+02:00

3 Comments

  1. Christopher Weiss 1. September 2020 um 21:29 Uhr - Antworten

    Vielen Dank für die rasche Antwort.
    Kenne mich aus! 🙂

  2. Christopher Weiss 31. August 2020 um 20:31 Uhr - Antworten

    Hallo Frau Zingg!
    Vielen Dank für Ihre Ausführungen.
    Eine Frage dazu: Nachdem wir einen sehr lehmhaltigen Boden haben, wäre mein Ansatz (dennoch) zusätzlich eine tiefere Unterschotterung, z.B. 40cm verdichteter Bruchschotter, zu machen. Es wäre doch ein großes Problem, wenn Wasser nicht vernünftig versickern kann, oder?
    Macht das aus Ihrer Sicht Sinn bzw. wäre das bloß ängstlich redundant, oder stellt das für die Becken irgendeine Form von Problem dar?
    Vielen Dank und liebe Grüße.
    Christopher Weiss

    • 123pool 31. August 2020 um 20:47 Uhr - Antworten

      Hallo Herr Weiß,
      es ist halt so: Die jeweiligen Hersteller schreiben in ihren Montageanleitungen ziemlich exakt vor, wie der Beckeneinbau zu erfolgen hat. Die Montage- und Einbauanleitung ist somit auch Bestandteil der Garantie, die die Hersteller gewähren. Wer nun in Richtung Jugend forscht tendiert, kann u. U. sogar den Garantieanspruch verlieren. Wir können nur darauf hinweisen, sich an diese Anleitungen zu halten. Verdichtung ist per se nicht optimal, da einige Becken einlaminierte Stahlrohre am Beckenboden haben, die sich etwas in das Schotterplanum eingraben. Das ist bei einer Verdichtung nicht mehr möglich, so dass der Boden hohl liegt. Ein Schaden wäre vorprogrammiert. Wenn Sie mit stauendem Schichtwasser oder gar Grundwasser rechnen, sollten Sie besser eine Drainage um das Becken mit Ablauf in einen Drainageschacht vorsehen. Das wäre die sichere Seite – und entspricht den Herstellervorgaben.

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